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Fielmann begrünt Jungfernstieg

11. November 2004

Brillen-König stiftet 47 Silberlinden im Wert von 280.000 Euro

Bürgermeister Ole von Beust und Günther Fielmann pflanzen ersten Baum

Seit dem 17. Jahrhundert begrünen Linden den Jungfernstieg, die Hamburger Prachtmeile an der Binnenalster. Professor Günther Fielmann, Unternehmer, Förderer und Mäzen, stiftet im Zuge der Neugestaltung des Boulevards 47 Silberlinden im Gesamtwert von mehr als 280.000 Euro.

 

Den ersten Baum pflanzt Fielmann gemeinsam mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust am 17. November 2004. Bürgermeister von Beust: „Der neu gestaltete Jungfernstieg wird ein prachtvoller Flanierboulevard. Ich freue mich über das großzügige Engagement Günther Fielmanns, der damit maßgeblich zum Gelingen des Vorhabens beiträgt.“ Seit rund 20 Jahren pflanzt der Unternehmer für jeden Mitarbeiter jedes Jahr einen Baum, bis heute weit mehr als 600.000 Bäume und Sträucher. Günther Fielmann: „Linden haben Tradition am Jungfernstieg. Linden werden viele hundert Jahre alt. Ich wünsche mir, dass sich auch unsere Kinder und Kindeskinder an diesen Bäumen erfreuen werden.“

 

Bereits 1665 pflanzten die Stadtväter am Jungfernstieg eine Lindenallee. Fortan hatten die Hamburger eine Attraktion, die den meisten anderen Metropolen bis heute verwehrt blieb: Mitten in der Stadt eine grüne Promenade am Wasser. 1772 lobte der in Hamburg lebende dänische Staatspensionär Johann Peter Willebrand die „… Stadt an dem weiten Wasserbecken … der so genannten Binnen-Alster mit dicken, schattigen Linden-Bäumen …“ Über den Jungfernstieg schrieb er: „Ich kenne keine Stadt in Deutschland, wo man reizendere Spatzier-Gänge antreffen könne.“ Ende des 18. Jahrhunderts erhielt der Jungfernstieg eine dritte Lindenreihe. Die Promenade steht für die „Sehnsucht der Hamburger nach Natur, nach gesundem Leben in frischer Luft und im Grünen“, so der Historiker Hermann Hipp.

 

Das Konzept sieht vor, den Jungfernstieg wieder zu einer großzügigen Flaniermeile zu entwickeln. Orientiert an historischen Vorlagen wird dank der Unterstützung Günther Fielmanns künftig eine dreiachsige Linden-Allee zwischen der Straße und der neuen Treppenanlage den Jungfernstieg säumen.

 

Die Bäume kommen aus der Baumschule Lorenz von Ehren und wurden dort in Rechteckform geschnitten, um die Blickachsen zwischen Alster- und Jungfernstiegbebauung zu erhalten. Sie sind 40 Jahre alt, zehn Meter hoch, sieben Tonnen schwer, haben einen Stammumfang von einem Meter und eine Kronenbreite von vier Metern. Die 47 Fielmann-Linden werden in drei Abschnitten gepflanzt. In diesen Tagen erfolgt die Pflanzung der ersten 15 Bäume.

 

Silberlinden sehen durch den silbrigen Glanz ihrer Blätter edler aus als normale Linden und werden auch nicht von den Blattläusen aufgesucht, die mit ihren klebrigen Hinterlassenschaften für viele Laternenparker ein großes Ärgernis sind.

 

Der eigens gegründete Verein „Lebendiger Jungfernstieg“ unter Vorsitz des ehemaligen Bürgermeisters Mario Mettbach und Andreas Mattner, MdHB, hat bis heute insgesamt 7,1 Millionen Euro für die Neugestaltung des Jungfernstiegs gesammelt. Einen Großteil steuerte die Familie Otto bei. Unter anderem werden jetzt noch Spender für die verschiebbaren Bänke am Jungfernstieg gesucht. Dr. Andreas Mattner: „In zwei Jahren hat der Verein ‚Lebendiger Jungfernstieg’ schon eine Menge erreicht. Das private Engagement bei diesem Projekt ist in dieser Größenordnung beispielhaft.“

 

Auch für die Bänke gibt es übrigens bereits einen ersten Spender – auch der bleibt aber geheim, bis die Jungfernstieg-Bank zum ersten Mal vorgestellt werden kann.

 

Neben der Silberlindenallee soll künftig eine tribünenartige Treppenanlage mit verschiebbaren Bänken am Wasser entstehen. Hier sollen nach Fertigstellung kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Auch der Bereich vor den Häuserfassaden wird für die Fußgänger großzügiger gestaltet. Hinzu kommt eine neue Bushaltestelle, die das Ein- und Aussteigen zwischen dem Rathausmarkt und dem Gänsemarkt ermöglichen wird.

 

Die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Jungfernstiegs haben Anfang September begonnen. In der letzten Woche wurde bereits damit begonnen, die Spundwände westlich des Alsterpavillons zu setzen, damit der Anleger künftig in Richtung Colonnaden verlängert werden kann. Ebenfalls wurde am östlichen Ende des Anlegers mit den Aufschüttungsarbeiten für die neue Bastion begonnen, die städtebaulich den Abschluss der Alsterarkaden bilden und künftig die Geschäftsstelle der Alstertouristik aufnehmen soll.

 

Voraussichtlich im Februar 2005 werden die bisherigen Pavillons von Hapag-Lloyd und vom Fidel abgebrochen. Bis zum Alstervergnügen 2005 wird Hamburgs beliebteste Promenade in neuem Glanz erstrahlen.

 

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