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Umgestaltung des Jungfernstiegs

6. September 2004

Umbau des Boulevards hat begonnen – Alexander Otto spendet weitere 500.000 Euro

Zum Alstervergnügen 2005 wird Hamburgs beliebteste Promenade in neuem Glanz erstrahlen. Heute haben die Arbeiten zum Umbau des Jungfernstiegs mit einem offiziellen ersten Spatenstich begonnen; mit dabei waren u.a. Senator Dr. Michael Freytag, Bürgermeister a.D. Mario Mettbach, Großspender Alexander Otto und der Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Andreas Mattner.

 

Senator Dr. Michael Freytag: „Als Flaniermeile wird der neu gestaltete Jungfernstieg eine Visitenkarte Hamburgs werden. Von der Magnetwirkung des Jungfernstiegs wird die gesamte Innenstadt profitieren. Den heutigen Baubeginn verdankt unsere Stadt insbesondere dem großzügigen privaten Engagement vieler Hamburgerinnen und Hamburger, die mit ihren Spenden entscheidend zur Finanzierung beitragen. Hamburg kann stolz auf diesen bürgerlichen Gemeinsinn sein.“

 

Inklusive der Erlöse aus der Versteigerung während der Jungfernstieg-Gala am 2. September waren bis zum Baubeginn über 6,6 Millionen Euro zusammen gekommen, von denen allein Versandhausgründer Professor Dr. h.c. Werner Otto 5 Millionen Euro spendete. Sein Sohn Alexander Otto sagte während des Spatenstiches weitere 500.000 Euro zu. Otto: „Der Jungfernstieg ist das Herz der Hamburger Innenstadt. Dieser Ort prägt entscheidend den Eindruck, den Touristen von Hamburg bekommen. Wenn es darum geht, hier Kompromisse zu Lasten der Qualität zu verhindern, übernehme ich gerne die Verantwortung.“

 

Hintergrund ist, dass die Ausschreibung etwas höhere Kosten als die ursprüngliche Schätzung erbracht hatte, da insbesondere die Stahlpreise in den letzten Monaten deutlich gestiegen waren.

 

Insgesamt kostet der Umbau des Jungfernstieges nunmehr rund 15,9 Millionen Euro. Hiervon entfallen 4 Millionen auf den Umbau der Straße und 11,9 Millionen auf den Umbau des Anlegers, für den der Verein „Lebendiger Jungfernstieg“ als Bauherr die Verantwortung hat. Mit der Spende von Alexander Otto sind bislang insgesamt über 7,1 Millionen an Spenden zusammengekommen, so dass noch ein Betrag von 4,8 Millionen Euro fehlt. Unter anderem ist geplant, Spender für die neuen verschiebbaren Bänke am Jungfernstieg zu finden. Zudem spendet der Verlag „Die Hanse“ einen Euro pro verkauftem Exemplar von dem Buch „Der Jungfernstieg – gestern, heute, übermorgen“ und bei Wempe am Jungfernstieg wurden bereits über 250 Alsterschwäne aus Gold oder Silber zu Gunsten des Jungfernstiegs verkauft.

 

Dr. Andreas Mattner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Lebendige Stadt“: „In zwei Jahren haben wir nicht nur einen erheblichen Betrag gesammelt, sondern zusammen mit Anliegern, den Behörden und den Planern auch in einem Rekordtempo alle Hindernisse aus dem Weg geräumt. Hamburg ist mit der Idee, für so komplexe Aufgaben einen Verein mit allen Beteiligten zu gründen, inzwischen Vorbild für andere Städte. Dies wurde auf unserem Kongress „Leben in der Stadt“, der in der letzten Woche mit über 90 Bürgermeistern in Hamburg stattfand, mehrfach hervorgehoben.“

 

Nach jahrelangen Diskussionen um das Erscheinungsbild des Jungfernstiegs war im Jahr 2002 mit einem internationalen Ideenwettbewerb die Basis für eine Neugestaltung gelegt worden. Das Konzept der Wettbewerbssieger WES und Partner und Architekten Poitiers sieht vor, den Anleger deutlich besser als bisher für kulturelle Nutzungen nutzbar zu machen.

 

Dem außergewöhnlichen Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger ist es zu verdanken, dass mit Hilfe ihrer Spenden sowie der Unterstützung der Stiftung „Lebendige Stadt“ und dem finanziellen Beitrag der Stadt das überarbeitete Konzept der Wettbewerbssieger nun umgesetzt werden kann. Neben der Familie Otto spendeten weitere namhafte Beträge u.a. Max Bahr, Hellmut Wempe, HEW, HSH Nordbank, das Ehepaar von Gaertner, Professor Dr. h.c. Hermann Schnabel, KarstadtQuelle (Alsterhaus) und der Grundeigentümerverband.

 

Viele Unternehmen wie u.a. die ATG, die Hochbahn, die Baumschule Lorenz von Ehren, JCDecaux, der Verband des ambulanten Gewerbes und der Schausteller, Mercedes-Benz, Langnese, die Volksfürsorge, das Grafik Design Studio GDS, Philips, die Dresdner Bank, Beyer und Partner, der Künstler Frank Bürmann und die Hamburger Medien haben zudem die Arbeit des Vereins unterstützt.

 

Der Jungfernstieg wird wieder, wie zu historischen Zeiten, zu einer Bühne zum Begegnen und Darstellen. Barrieren werden abgebaut, das Wasser sowie der Blick auf die Lombardsbrücke werden zurück gewonnen. Eine großzügige, tribünenartige, die gesamte Breite des Jungfernstiegs einnehmende Treppenanlage wird entstehen, die bis zum Wasser reicht. Sie soll künftig wie ein Amphitheater für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden, die z.B. auf temporären Pontonbühnen stattfinden. Eine dreiachsige Silberlindenallee mit acht Meter hohen Bäumen verbindet künftig die Straße mit den wasserseitigen Flächen und dem Anleger der Alsterschifffahrt. Für Fußgänger wird der Bereich vor den Fassaden großzügiger gestaltet; die Fahrbahnen des Jungfernstiegs werden umgebaut; eine neue Bushaltestelle ermöglicht das Ein- und Aussteigen zwischen Rathausmarkt und Gänsemarkt.

 

Der Umbau des Anlegers erfolgt durch den Verein Lebendiger Jungfernstieg e.V.. Als erste Maßnahme wird die Wasserfläche neben dem Alsterpavillon verfüllt, es folgen die Gründung der Bastion an der Kleinen Alster, der Rückbau der Anlegerkante und der Bau der Treppenanlage sowie der Freiflächen.

 

Der Straßenumbau durch die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt startet zeitgleich. Zunächst wird bis voraussichtlich Anfang Oktober 2004 in einem ersten Bauabschnitt die zur Binnenalster liegende Bordsteinkante des Jungfernstiegs neu hergestellt. Der Umbau der Fahrbahn und der gebäudeseitigen Gehwegflächen beginnt im März 2005.

 

Zum Alstervergnügen 2005 werden der Straßenbau bis zur Reesendammbrücke und der größte Teil des Anlegerumbaus abgeschlossen sein. Die Baumaßnahmen werden von den traditionsreichen Hamburger Unternehmen HC Hagemann und Friedrich Holst durchgeführt, die seit 130 bzw. 125 Jahren in der Hansestadt tätig sind. Die Freiflächengestaltung wird von dem ebenfalls in Hamburg ansässigen Unternehmen Wiese und Suhr realisiert.

 

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