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Umgestaltung des Jungfernstiegs

26. April 2004

Feierliche Vertragsunterzeichnung im Rathaus.

Senator Dr. Michael Freytag, Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter sowie die Vertreter des Vereins „Lebendiger Jungfernstieg e.V,“ Hartmut Strauß, Vorstand der HSH Nordbank AG, und Dr. Jens Röh, Notar, haben heute in feierlichem Rahmen im Rathaus einen Vertrag zur Umgestaltung des Jungfernstiegs unterzeichnet.

 

Ebenfalls anwesend waren der Vereinsvorsitzende, Bürgermeister a.D. Mario Mettbach, und dessen Stellvertreter Dr. Andreas Mattner, MdHB. Senator Dr. Freytag bedankte sich dabei ausdrücklich bei den teilweise persönlich anwesenden Spendern sowie den zahlreichen Unterstützern in der Stadt für ihr großes privates Engagement.

 

Senator Dr. Freytag: „Die Umgestaltung des Jungfernstiegs ist eine der bedeutendsten Maßnahmen, die wir in den kommenden Jahren für die Hamburger Innenstadt durchführen. Der Jungfernstieg war von jeher ein Schmuckstück im Herzen unserer Stadt, dem in weniger als 2 Jahren neuer Glanz verliehen wird. Das verdanken wir nicht zuletzt dem außergewöhnlichen privaten Engagement vieler Hamburger Bürgerinnen und Bürger, die mit ihrer Spende in die wachsende Metropole Hamburg investiert haben. Hierfür gebührt Ihnen allen der ganz besondere Dank des Hamburger Senats.“

 

Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter: „Für mich als Oberbaudirektor ist es eine große Freude, dass das wohl wertvollste städtebauliche Ensemble Hamburgs aus Binnenalster, Kleiner Alster und Rathausmarkt wieder einen seiner Würde entsprechenden Jungfernstieg erhalten wird. Von der zeitlosen Qualität des Entwurfes von Prof. Hinnerk Wehberg und Andrè Poitiers bin ich überzeugt.“

 

Nachdem die Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 21.04.2004 den Plänen zur Finanzierung des Projektes zugestimmt hat, wird durch die Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Verein der Startschuss für die Umgestaltung des Jungfernstiegs zu einem Kultur-, Begegnungs- und Erlebnisraum gegeben. Der Bau wird noch in diesem Jahr beginnen.

 

Hintergrund

Der Jungfernstieg ist im Laufe der Jahrhunderte zur beliebtesten Promenade der Stadt und zu einem der prominentesten öffentlichen Orte überhaupt geworden. Heute erlebt man jedoch den Jungfernstieg nicht als städtebauliches und stadtgestalterisches Ereignis von europäischem Rang, sondern eher als Summe zufälliger Einzelentscheidungen. Die spannende Nahtstelle zwischen Stadt und Wasser ist zunehmend zu einer Barriere geworden, die „große Idee“ nur noch in Ansätzen ablesbar. Ziel der Neugestaltung ist es daher, eine Konzeption zu finden, die eine langfristige Aufwertung und kulturelle Nutzung des Jungfernstiegs garantiert.

 

Im April 2002 wurde daher durch die Freie und Hansestadt Hamburg mit Unterstützung der Stiftung „Lebendige Stadt“ ein Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Jungfernstiegs ausgelobt, 92 Arbeitsgemeinschaften aus aller Welt bewarben sich um die Teilnahme. Mit dem ersten Preis wurde der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft WES + Partner (Landschaftsarchitekten) und André Poitiers (Architekten) ausgezeichnet.

 

Die markantesten Merkmale des Lebendigen Jungfernstiegs werden sein:

 

Wettbewerbssieger Professor Hinnerk Wehberg: „Die Binnenalster ist Hamburgs Amphitheater, und die Hamburger wollen an die Alster. Auf den Stufen des Anlegers sind verschiebbare Bankelemente vorgesehen, die sich als Einzelsitze oder auch zusammengeschoben als Tribüne nutzen lassen. So soll eine flexible Bühne mit Zuschauerraum für vieles und viele entstehen. Ich wünsche der Stadt, dass die Alster möglichst häufig zur Bühne für Events jedweder Form wird.“

 

Public Private Partnership

Das Besondere an diesem Projekt ist das erhebliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen für dessen Umsetzung. Bislang liegen dem Verein Spenden und weitere Unterstützungszusagen im Wert von über 6,5 Millionen Euro vor. Fünf Millionen spendete allein der Mäzen und Versandhausgründer Professor Dr. h.c. Werner Otto, weitere namhafte Beträge spendeten u.a. Max Bahr, Hellmut Wempe, HEW, HSH Nordbank, das Ehepaar von Gaertner, Professor Dr. h.c. Hermann Schnabel, KarstadtQuelle (Alsterhaus) und der Grundeigentümerverband.

 

Der Verlag „Die Hanse“ spendet einen Euro pro verkauftem Exemplar von dem Buch „Der Jungfernstieg – gestern, heute, übermorgen“ und bei Wempe am Jungfernstieg wurden bereits 240 Alsterschwäne aus Gold oder Silber zu Gunsten des Jungfernstiegs verkauft. Der Künstler Frank Bürmann gestaltete Bilder vom Jungfernstieg, die als Poster unter lebendiger-jungfernstieg.de bestellt werden können und am 2. September wird eine große Gala zu Gunsten des Jungfernstieges in der Fischauktionshalle stattfinden. Dort wird mit Unterstützung von Christie´s u.a. ein Smart versteigert, der von den Hamburger Daimler Chrylser-Niederlassungen und der Firma Raffay zur Verfügung gestellt wird. Der Erlös fließt vollständig in den Umbau des Jungfernstieges.

 

Insgesamt fehlen noch rund 4,8 Millionen Euro, für die die Stadt am letzten Donnerstag eine Art Ausfallbürgschaft übernommen hat. Vereins-Vize Dr. Andreas Mattner: „Wir freuen uns, dass wir schon weit über die Hälfte der benötigten Summe in nur anderthalb Jahren zusammenbekommen haben. Dies ist ein großer Erfolg. Wir werden in den nächsten anderthalb Jahren während des Umbaus weitersammeln und stehen derzeit im engen Kontakt mit namhaften Mäzenen. Wir planen aber für nächstes Jahr auch weitere Aktionen wie den Verkauf der neuen Bänke am Jungfernstieg an Bürger und Firmen. So kann mit einer kleinen Plakette jeder ‚seine eigene’ Bank am Jungfernstieg bekommen.“

 

Ausblick

Da es gelungen ist, die Bauzeit gegenüber den ursprünglichen Planungen zu verkürzen, ist es möglich geworden, den Wünschen vieler Anlieger Rechnung zu tragen und mit dem Umbau erst nach der Sommersaison im September zu beginnen.

 

Gestartet wird mit den Baumaßnahmen an der Fahrbahn und den Gehwegflächen. Parallel dazu wird mit den Arbeiten am Anleger begonnen. Der Pavillon von Hapag-Lloyd und Fidel wird voraussichtlich im Frühjahr 2005 abgebrochen. Rechtzeitig zum Altervergnügen 2005 sollen die Flächen zwischen dem Alsterpavillon und dem neuen Jungfernstieg, rund zwei Drittel des Mittelteils des Anlegers und die Bastion fertig gestellt sein. Das gesamte Projekt zwischen Neuen Jungfernstieg und Reesendammbrücke soll bis Ende 2005 abgeschlossen sein.

 

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